Öffentlichkeitsarbeit in Münster: Bernadette Spinnen
Shownotes
Bernadette Spinnen ist Leiterin des Münster Marketing, Katholikin und eine engagierte Persönlichkeit. Wir sprechen im Rahmen des Podcasts auch über die Rolle der Öffentlichkeit und die Frage: Was kann die unabhängige Aufarbeitungskommission tun, um das Thema in der Öffentlichkeit wach zu halten?
Wir sprechen in dieser Folge über spannende Perspektiven auf die Öffentlichkeitsarbeit, die immer auch an die Personen gebunden sind, die sie verantworten. Zudem freuen wir uns auf interessante Einblicke einer interessanten Persönlichkeit.
https://www.stadt-muenster.de/muenster-marketing/startseite
Hinweis: Bitte achten Sie gut auf sich, wenn Sie diese Folge hören. Pausen sind erlaubt. Sie sind nicht allein.
Hilfs- und Fachstellen
Soforthilfe & Akute Beratung
- Hilfetelefon Sexueller Missbrauch – anonym & kostenlos, täglich 7–22 Uhr: 0800 22 55 530👉 www.hilfe-telefon-missbrauch.de
- Telefonseelsorge – 24/7 erreichbar, anonym & kostenlos: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222👉 www.telefonseelsorge.de
Bundesweite Fachstellen
- UBSKM – Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs👉 www.beauftragter-missbrauch.de
- Unabhängige Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs 👉 https://www.aufarbeitungskommission.de
- Zartbitter e. V. – Kontakt- und Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen 👉 www.zartbitter.de
- Weißer Ring e. V. – Hilfe für Kriminalitätsopfer 👉 www.weisser-ring.de
- N.I.N.A. e. V. – Bundesweite Hilfe- und Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt 👉 www.nina-info.de
- Wildwasser.de – Netzwerk unabhängiger Fachberatungsstellen 👉 www.wildwasser.de
- Frauen-Notrufe bundesweit – kostenlose und unabhängige Beratung für Frauen und Mädchen👉 Übersicht bei Wikipedia
Regionale & spezialisierte Fachstellen (Beispiele)
- UAK Münster e.V. – Unabhängige Aufarbeitungskommission gegen sexualisierte Gewalt im Raum der Kirchen im Bistum Münster. 👉 www.uak-muenster.de
- LARA Berlin – Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Frauen, trans, inter* und nicht-binären Personen 👉 www.lara-berlin.de
- Strohhalm e. V. (Berlin) – Prävention und Schutzkonzepte für Kinder, Kitas, Schulen👉 www.strohhalm-ev.de
- AJS NRW – Landesfachstelle Prävention sexualisierte Gewalt 👉 www.ajs.nrw.de
- Fachberatungsstellen in NRW (Auswahl):
- Aufzählungs-TextDistel e. V. (Essen)
- Indigo (Remscheid, inkl. gerichtsfester Spurensicherung)
- Zornröschen e. V. (Mönchengladbach/Viersen)
- Fachstellen in Krefeld, Herford u. a. 👉 www.opferschutzportal.nrw
- Fachberatungsstelle Bonn – Beratung & Prävention 👉 www.beratung-bonn.de
Kapitelmarken 00:00:00 Intro 00:02:32 Was können Betroffene für die öffentliche Aufarbeitung tun? 00:06:35 Öffentlichkeitsarbeit von Einzelpersonen ist eine Typenfrage 00:09:18 Was sollte die UAK tun? 00:17:49 Wie kann es gelingen, nicht interessierte Gruppen an Board zu bekommen? 00:24:22 Stadtgesellschaft und Bistum Münster 00:34:39 Outro
Musik: Franzi Kruth Produktion: Alexander Freise Im Auftrag der UAK Münster e.V.
Transkript anzeigen
00:00:00: Bevor es losgeht, ein Triggerhinweis.
00:00:02: In diesem Podcast geht es um sexualisierte Gewalt, um Missbrauch und dessen körperliche und psychische Folgen.
00:00:09: Es werden Situationen geschildert die emotional sehr belastend sein können.
00:00:14: Hilfsangebote findet ihr in den Show Notes Bernadette Spinnen Leiterin Münster Marketing Katholikin Engagierte Persönlichkeit.
00:00:24: Wir sprechen im Rahmen des Podcasts Thema Stadt Tabu auch über die Rolle der Öffentlichkeit und der Frage, was kann die unabhängige Aufarbeitungskommission machen um das Thema in der Öffentlichkeit wach zu halten.
00:00:35: Wir sprechen über spannende Perspektiven auf die Öffentlichkeitsarbeit, die immer auch an die Personen gebunden sind, die sie verantworten.
00:00:43: Wir freuen uns auf interessante Einblicke einer interessanten Persönlichkeit.
00:00:52: Jahrzehnte lang wurde weggeschaut, jetzt wird hingehört.
00:00:56: In unserem Podcast sprechen wir mit Menschen die sexualisierte Gewalt erlebt haben.
00:01:01: Diese Aufarbeitung existierten nur weil sie von ihnen vorangetrieben eingefordert und getragen wird.
00:01:08: Was Sie angestoßen haben ist unumkehrbar.
00:01:12: Expertinnen ergänzen den Podcast aus unterschiedlichsten Perspektiven.
00:01:16: Darüber hinaus fließt das Feedback der HörerInnen mitein.
00:01:21: Alle Infos dazu finden Sie in den Show Notes.
00:01:28: Du bist aufgewachsenen im katholischen Dorfemünsterland und wenn ich richtig orientiert bin, hast du katholische Theologie studieren?
00:01:37: Du bist ja heute ... sag' ich's richtig, wenn ich sage Marketing-Chefin der Stadt Münster?
00:01:43: Ja,
00:01:43: so ist das!
00:01:46: Wenn du also von deinem Werdegang guckst auf deine heutige Position und deine Funktion, hast du irgendwann auch mal vom sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche oder auch in Organisationen gehört.
00:01:59: Du hast von diesem Fall sozusagen dieser moralischen Fallhöhe aus der die katholsche kirche kommt gehört ist mitbekommen spätestens zwei tausend zehn auch in deiner aktiven Rolle als Marketingchefin und davor warst du um nochmal ein Exkurs zu machen, hier auch im Thema Kultur sehr aktiv.
00:02:21: Wenn Du das alles bündelst sozusagen Deine biografischen Erfahrungen Als roten Faden nimmst und dann auf das thema guckst Was würdest Du wenn Du Betroffene wärst die du nicht bist?
00:02:39: was Würdest Du Menschen raten mit diesem Wissen an Marketing an Kultur, aus diesem Bild katholischer Kirche kommt historisch biografisch geguckt.
00:02:52: Wenn du sagen würdest ich wäre eine Betroffene dann würde ich so und so damit umgehen auch um aufzuarbeiten öffentlich
00:03:00: nicht
00:03:01: psychodynamisch nicht psychotherapeutisch.
00:03:03: das ist nicht so sehr mein Thema sondern wenn ich jetzt sagen würde ich wäre auch betroffende sexualisierter Gewalt durch Täter aus der katholischen Kirche ist Scham ein riesiges Thema.
00:03:18: Was wären Mechanismen, wo du sagen würdest mit der Brille die ich auf habe?
00:03:24: Würde dich das und dass als erstes tun?
00:03:27: Gibt es da Punkte, wo Du sagen würdest ja, die sind zentral aus Deiner sowohl Herkunftsbetrachtung als auch aus Deine heutigen Funktion?
00:03:40: Das ist jetzt eine super schwierige Frage, weil ich mir natürlich nicht anmaße zu wissen was das für den einen oder die andere bedeutet.
00:03:49: Ich glaube es hängt sehr damit zusammen wie man selber das verkraftet und da wird es sehr verschiedene Wege geben müssen, glaub' ich.
00:04:02: Also mein Weg wäre vielleicht gar nicht unbedingt der in die Öffentlichkeit gewesen.
00:04:13: Okay
00:04:14: Sondern Wenn ich das geschafft hätte, für mich selber damit irgendwie klarzukommen, dann hätte ich wahrscheinlich versucht, mich daraus zu halten.
00:04:26: Weil ich einfach weiß aus dem Wissen und es hat mich ja gefragt wie ich das auch mit dem Wissens verbinden würde... Wie gefährlich so eine Öffentlichkeit auch sein kann?
00:04:38: Und wie endgültig das ist wenn das in der Öffentlichkeit ist!
00:04:43: Ich hatte glaube ich den Weg versucht Mit Outing oder ohne weiß ich noch so gar nicht.
00:04:49: Das hätte, glaub ich, drauf ankommen lassen wie ich mich so treffe.
00:04:53: Ich hätte versucht, mich zu engagieren, glaube ich.
00:04:56: Ja ja!
00:04:56: Und ich wäre doch ... wenn ich den Glauben an diese Institution hätte haben können.
00:05:01: Deswegen sind das alles viele Konjunktive.
00:05:04: Wenn man denen nicht mehr hat, dann nutzt es auch nichts, weil man sich da engagiert und denkt, die wollen sowieso nicht zuhören.
00:05:11: Aber wenn ich ein Fünkchen davon gehabt hätte wie du weißt ein super idealistischer Mensch, der ihr nie aufhört zu glauben und sich eben anstrengend ohne Ende um irgendwas besser zu machen.
00:05:24: Das ist meine alte theologische, prophetische, charismatische, keine Ahnung was Professionen und deswegen finde ich ja auch Ich bin immer noch total konsequent Auf diesem Fahrt unterwegs egal ob ich jetzt Stadtmarketing mache oder Theologie, Klammer auf Klammern zu.
00:05:39: Ich hätte versucht mich zu engagieren und hätte Leute gesucht, mit denen ich über die Sache hätte sprechen können.
00:05:48: Und vielleicht hätte ich dann irgendwann jemanden gefunden oder das Vertrauen oder wie auch immer und hätte dann irgendwas zu meiner persönlichen Situation gesagt.
00:05:58: aber ich bin nicht ganz sicher.
00:06:00: Auch ein bisschen Vorsorge was passiert mit mir wenn ich mich so in die Öffentlichkeit begebe?
00:06:06: Wenn ich dann plötzlich Und zwar ein für eine Mal, ich kann das nicht wieder zurücknehmen.
00:06:12: Dadurch gebrandet bin glaube ich es hätte mich geschreckt.
00:06:17: Das ist ja was du sagst ja ein sehr wichtiges Elemente sagt Vertrauen ist wichtig.
00:06:23: Gibt es denn Punkte wo du sagen würdest Ja Ich lass mich sozusagen auf diese hohe See ein auf die ich mich dann begebe?
00:06:32: gibt es gute Gründe das zu tun?
00:06:34: aus deiner Sicht
00:06:35: also Glaube ihm dass die Menschen sehr unterschiedlich damit umgehen.
00:06:41: Und ich hab jetzt so mal einen bestimmten Weg, ich bin jetzt ja auch nicht mehr ganz jung und ich bin ja also sechsundsechzig Komma irgendwie was über Renten zahlt ehrlicherweise schon!
00:06:53: Ich weiß einfach dass mein Weg ganz oft der ist ganz oben anzufangen und zu versuchen irgendwelche Verantwortlichen zu finden die mit mir zusammen agieren um Sachen besser zu machen.
00:07:06: Also ich hätte auch so eine unabhängige Kommission eingerichtet und wäre solange den Leuten auf die Nerven gegangen, bis die Strukturen irgendwie verändern.
00:07:14: Ich hätte die alle aufgemischt und gesagt es läuft jetzt hier nicht so.
00:07:17: wie muss das alles anders machen?
00:07:18: Aber das ist ne Typenfrage!
00:07:20: Und ich kann mir eben auch vorstellen dass es für andere Menschen denen solche Wege fremd sind weil sie zum Beispiel finden, dass sie gar nicht also so laut sein können wie man so was überhaupt macht und wie man Leute trifft, dass solche Leute sagen wir mal eher einen Kreis suchen in dem sie dann auch vielleicht öffentlich begleitet werden können.
00:07:45: Das könnte ich mir auch als ein Weg vorstellen.
00:07:48: So das wäre auch eine Möglichkeit um zu sagen ja das ist ganz große Dingen weiß ich nicht ob ich das kann da muss man die auch können das muss man wollen man muss auf die Zugänge haben.
00:07:59: Kann ich jetzt beim General-WK anrufen?
00:08:01: Ich könnte das jetzt zum Beispiel.
00:08:03: Das kann aber auch nicht jeder und wird dann gehört oder so, das muss man auch immer wissen.
00:08:06: Nicht jeder hat diese Zugänge und deswegen kann ich mir eben auch einen anderen Weg vorstellen den andere Leute gegangen werden.
00:08:14: Ich kann mir auch ein Weg vorstellen.
00:08:16: Ich hab jetzt gerade noch mal so ein zwei Leute im Kopf
00:08:20: die
00:08:20: eher künstlerisch unterwegs sind auf eine ganz andere Weise und vermittelt eine Öffentlichkeit zu finden, die sehr persönlich ist.
00:08:29: Aber die nicht direkt bedeutet ich muss euch mal was erzählen.
00:08:33: Ja okay
00:08:35: auch nochmal ein wichtiger Ankerpunkt.
00:08:37: Ich würde noch einmal von dem von den einzelnen Menschen weg du hast es schon gesagt unabhängige Aufarbeitungskommissionen diese Unabhängigen Aufarbeitungskommission in Bistum Münster seine andere als die in Paderborn in Köln in München in Freiburg oder sonst wie Manchmal sage ich so kleines galisches Dorf, weil die Alleinstellungsmerkmale dieser UAK in Deutschland schon hervorstechen.
00:09:02: Was würdest du jetzt mal wieder deine Marketingbrille aufgesetzt?
00:09:08: Dieser UAK empfehlen!
00:09:11: Was braucht die UAK an Öffentlichkeitsarbeit damit Betroffene am Ende eine größere Lobby haben?
00:09:17: also was muss ich tun?
00:09:19: was müssen wir tun damit aus deiner Sicht Die Arbeit, die wir für Betroffene machen relevant hat.
00:09:28: Also ich hab ziemlich Respekt vor der Kommunikationsaufgabe, die diese Stelle hat und dieses Thema hat aber ist natürlich gleichwohl extrem reizvoll also das zu versuchen weil man ja eine Reihe fast schon widersprechender Ziele erreichen muss.
00:09:47: einerseits Muss diese stelle es schaffen dass das thema öffentlich ist und bleibt.
00:09:55: Das ist super schwer, weil die Aufmerksamkeitsspanne von Öffentlichkeit wird immer geringer!
00:10:02: Und ich habe viel mit Organisationen in der humanitären Hilfe zu tun gehabt – da haben wir beim Vespäischen Frieden mit viel gearbeitet und unter anderem mit dem Chef von Ärzte ohne Grenzen, der immer sagt das kannst du dir nicht vorstellen wie das ist?
00:10:15: Immer dann wenn ein Konflikt in den Medien ist, dann spenden die Leute total viel Und für die anderen Hungerkatastrophen gibt es keine Cent.
00:10:25: Das ist noch schlimmer als wenn man gar nicht berichten würde, weil das heißt du hast eine Aufmerksamkeit für einen bestimmten Zeitraum danach sagt das völlig in den Keller.
00:10:34: also erster Aufgabe Es muss gelingen dass es dauerhaft im Grunde so ein Grundrauschen gibt und nicht einmal sondern halb und danach nichts mehr.
00:10:45: das zweite ist du brauchst natürlich eine gewisse Also auch so eine Skandalisierung.
00:10:53: Es muss schon klar werden, das ist ein Skandal und es muss auch so sein dass die Täter sehen was mit ihnen passiert wenn das rauskommt und dass es irgendwie raus kommt.
00:11:04: Das ist auch total wichtig zur Abschreckung weil wenn das alles schon irgendwie so geht Dann wird das auch weiter so sein.
00:11:11: Also ich glaube, dass dieses Abschreckungsmoment groß ist und das Schlimmste ist die Öffentlichkeit.
00:11:16: Das sind das Allerschlimmte.
00:11:17: danach sind... Das muss man auch sagen, sind Biografien richtig fast vernichtet!
00:11:22: Es ist richtig grausam.
00:11:23: also wenn das einem passiert egal mit welchem Thema dann ist alles weg, ein ganzes Leben.
00:11:29: Dein Freundeskreis, das Vertrauen, also das heißt, dass braucht es schon auch zur Abstreckung und gleichzeitig muss man versuchen, dass aus dem Wojohrismus rauskommt und nicht da hängen bleibt nur wenn der Skandal eben ganz groß ist und bis ins Detail beschrieben wird, man die Aufmerksamkeit hat.
00:11:48: Das heißt du hast immer beide Ziele oder du hast einen Ziel und gleichzeitig seinen Risiko Und dieses über die lange Zeit das ziehen und dieses einerseits das skandalisieren, andererseits eben auch nicht zu sehr.
00:12:04: Das sind zwei sehr wichtige Pole zwischen denen sich vollziehen muss.
00:12:10: Deswegen würde ich die Aufgabe des Öffentliches machen gar nicht nur in der Öffentlichkeitsarbeit sehen sondern ich glaube es muss so sein dass es ein Netz ist von sehr verschiedenen Dingen die sehr verschiedene Zielgruppen ansprechen und sehr verschieden laut sind.
00:12:30: Und das ist übrigens im Stadtmarketing übrigens auch gar nicht anders, also die Leute denken ja immer, dass es das sind die Werbeflayer machen und irgendwie Plakatkampagnen.
00:12:39: Ich meine dafür haben wir viel zu wenig Geld und im Übrigen bringt das auch vergleichsweise wenig so.
00:12:44: Wir brauchen einen ganz abgestimmten Katalog an Maßnahmen, die wir machen und diese einen sind leiser und den anderen sind laut.
00:12:54: Dazu gehört zum Beispiel, das wäre ich dir auch so.
00:13:00: Bei mir wäre es, dass ich gehe dann durch sämtliche Rotere Clubs und Kfds oder sonst was also alles einmal querbeet diese richtige Arbeit.
00:13:09: Ich erzähle euch mal etwas wo du richtig die Chance hast Einmal im Zusammenhang das Leuten zu erzählen.
00:13:16: Und die haben das alle vorher nicht gewusst, obwohl die Zeitung lesen und alles.
00:13:20: Du stellst dann fest, dass die Information überhaupt nicht wirklich ankommt.
00:13:25: Diese Informationsgesellschaft mit ihrem Übermaß an Informationen ist komplett desinformiert!
00:13:31: Ich bin darüber nach wie vor schockiert aber ich sollte es besser wissen.
00:13:34: Es ist wirklich so... Also
00:13:36: d.h.,
00:13:36: die U-Ark finde ich muss bei allen gesellschaftlichen Schichten in möglichst alle gesellschaftlichen Bereiche kommen und die Gelegenheit bekommen, eben bei allen Zirkeln einfach das mal vorzustellen.
00:13:49: Wenn man zu sagen, ich halte da mal einen Vortrag drüber, ladet mich mal ein!
00:13:52: Das darf auch gar nicht aufhören, das ist sehr kleinterlich, das sind bei mehr dreißigvierzig Leute aber es sind alles Multiplikatoren und die erzählen das Zuhause und die Zuhauser erzählen es wieder weiter.
00:14:04: Und das ist so ein wichtiges Netz dass man spannen muss glaube ich über das gesamte.
00:14:11: Und das Zweite ist natürlich braucht man auch eine größere Öffentlichkeit über zum Beispiel bestimmte Veranstaltungen.
00:14:20: Es ist schon richtig, auch immer mal wieder in der Zeitung zu stehen und zu sagen da gibt es die und die Veranstaltung, da sind sie und die Redner und da besprechen wir das und das Thema dass damit zu tun hat und das nimmst du auch zur Kenntnis wenn du nicht dahin gehst.
00:14:35: ja weil das ist einfach da und ich glaube die Uhr muss natürlich auch vor allem in kirchlichen Kreisen unterwegs sein und auch noch mal loben, dass die Kirche sich diese Kommission eingerichtet hat, die eben ihr nicht untersteht.
00:14:52: Das finde ich nochmal was... Ich finde das ist ein tolles Alleinstellungsmerkmal.
00:14:57: Und es ist auch gut!
00:14:58: Denn wir müssen ja auch eines wissen und das finde ich so fair sollte man auch sein Es geht jetzt nicht darum, die katholische Kirche kaputt zu machen.
00:15:07: Wenn die kaputt geht, hat sie da vielleicht auch selber mal einen Anteil dran.
00:15:11: Wie auch immer!
00:15:13: Diese Täter haben wir auch in Familien.
00:15:16: Ich habe ja gelernt es sind prozentual etwa die gleichen Größen und die Katholische Kirche hat mit dieser Kommission eine bessere Möglichkeit als wir das zum Beispiel haben in Familien reinzugucken.
00:15:30: Aber zu sagen, da kann man eben auch systemisch ein bisschen gucken.
00:15:33: Da kann man Aufklärungsarbeit leisten und das was hier getan wird, das hilft dann vielleicht auch außerhalb der Kirche.
00:15:40: Also ich glaube an großes Netz Ich glaub an sehr unterschiedliche Formate.
00:15:45: Ich glaube ehrlicherweise nicht daran dass es nach drei Jahren fertig ist wenn ich ehrlich bin.
00:15:51: Sondern das ist eigentlich eine Daueraufgabe Und das heißt die U-Rack muss sich vernetzen mit ganz ganz ganz vielen Playern immer wieder auch mit Informationen und Angeboten gespeist werden, sodass wir das dann irgendwann so ein bisschen überall haben.
00:16:08: Und diese Aufgabe wird nie beendet sein.
00:16:14: Interessante Perspektive?
00:16:15: Mir fallen da zwei Dinge zu einen.
00:16:17: Und zwar jetzt ein bisschen aus den neun Monaten Erfahrungen die ich hier sammeln konnte.
00:16:23: Das eine ist dass Menschen unglaublich interessiert sind und dass die Türen weit aufgehen.
00:16:28: also Beispielsweise alle politischen Parteien außer der AfD hier gehabt und die sind gerne gekommen, haben sich das gerne angehört.
00:16:39: Als Multiplikatoren auf der anderen Seite erlebe ich viele Leute, die die Tür zumachen und sagen mit diesem Thema möchte ich nichts zu tun
00:16:47: haben.".
00:16:49: Und aus welchen Bereichen kommen diese Leute so
00:16:52: eher?
00:16:53: Sowohl privat als auch in Teilen öffentlich.
00:16:56: Da öffentlich, wo der Schwerpunkt die Idee... Also ganz konkretes Beispiel al-Bachtener Gespräche, das kennst du?
00:17:06: Da hatte ich versucht.
00:17:08: Ja.
00:17:09: Den ist es zu heiß!
00:17:11: Und ich weiß nicht warum, ob es zu heißt ist weil sie sich nicht anlegen wollen mit der katholischen Kirche oder weil sie sagen naja das ist so ein heikles Thema und So ein dünnes Brett oder so einen wackeliger Boden, auf dem wir uns bewegen.
00:17:27: Was da losgeht ist ja erst mal und die Erfahrungen haben wir auch gemacht wenn du in Kirchengemeinden gehst und du stellst dich Du weißt ja nicht was kommt und was passiert.
00:17:38: Das ist aber doch so würde ich denken eher eine Frage an den Jochenelte und an mich Wie wir damit umgehen als einen an die Öffentlichkeit, aber ich beobachte eben wie gesagt Beides.
00:17:49: Also auf der einen Seite IGIT und damit möchte ich nichts zu tun haben und das fast will ich gar nicht aufmachen weil ich ja weiß dass ist nicht nur Kirche sondern da sind alle anderen Akteure auch gefragt Und auf der anderen Seite Ja hohes Interesse und es sowohl privat als auch gesellschaftlich wie ich das wahrnehme.
00:18:08: also wenn Ich dann mal kurz erzähle was ich mache gibt's immer Pause.
00:18:15: Hast du eine Idee, wie man diese Energien, diese verschiedenen Energien in irgendeiner Weise die doch für mich zumindest erstmal sehr divergierend wirken?
00:18:25: Wie ich sie für die UAK, für das Thema, für die Öffentlichkeit nutzen kann?
00:18:32: Also ich kenne ja jetzt ein bisschen dass auch unsere albertener Gespräche.
00:18:37: Ulrike und ich wohnen beide in diesem Stadtteil.
00:18:40: Ich habe da auch schon mal vorgetragen Ich könnte mir auch vorstellen, dass der Grund ist.
00:18:48: Dass sie einfach sagen ja das kommen die Leute nach der Arbeit hin und dann geht man so bedruckt nach Hause und lasst uns doch lieber über irgendwie was lustige sprechen wo wir hinter ein Bier trinken können.
00:18:58: Das ist ja auch legitim irgendwie.
00:19:01: Und ich vermute auch, dass Manche dann auch sagen Ja wenn das fertig ist Was mache ich denn dann?
00:19:09: Also auch so eine Ratlosigkeit, wie gehen wir dann aus diesem Raum irgendwie wieder raus?
00:19:14: Wenn das so da drin ist.
00:19:17: Und ich glaube damit muss man vielleicht irgendwas anfangen und man sieht eben halt der Stadtteil ist schon ein bisschen näher als die anderen Sachen.
00:19:25: Das finde ich auch ganz interessant.
00:19:27: Ich habe gerade mal so die anderen Stadtteile ein bisschen angeguckt und auch überlegt ja wenn man das da macht, da kennen sich alle.
00:19:35: Da ist also ... So eine Situation.
00:19:39: anders als wenn ich sage, ich bin in einer Stadthalle und da haben wir lauter Funktionäre
00:19:43: usw.,
00:19:44: die können dann darüber sprechen.
00:19:47: Ja, ich verstehe was du meinst.
00:19:49: es geht um die Frage könnte man dieses Gefühl das begeht mich irgendwie doch an und irgendwie ist das nicht so einfach zu händeln wie der Wetterbericht?
00:19:59: Könnte man damit etwas machen mit diesen...
00:20:02: Kann man's vollpacken sozusagen ohne es zu verkleiden?
00:20:07: Das frage ich mich so.
00:20:08: also Also unser Podcast heißt Thema statt Tabu, das heißt sprechen.
00:20:15: Und Sprechen ist in der Regel also im Dialog mit Menschen.
00:20:19: bleiben macht jedes Thema leichter egal wie schwer es ist.
00:20:25: Sexualisierte Gewalt ist glaube ich eines der schwierigsten Themen überhaupt.
00:20:30: Gibt es gibt es die Möglichkeit In der Ramung etwas zu finden dass es menschenleichter macht?
00:20:40: zu sprechen.
00:20:41: Ja, mir fällt es nicht betroffen gerade etwas ein wo ich so dachte was würde mich an so einem Thema, an so einen Abend abschrecken, der ja auch mal gerne Feierabend hätte?
00:20:52: das wäre vielleicht wirklich das Gefühl wie komme ich da raus und was kann... Ich muss immer was tun.
00:20:58: also was könnte ich denn tun?
00:21:01: Ich nehme das zur Kenntnis ist bedrückt mich furchtbar!
00:21:04: Ich kann das gar nicht fassen Ich weiß gar nicht, bin da ganz hilflos.
00:21:09: Aber wenn es zum Beispiel so wäre, dass man eben sagen würde, das ist verbunden mit einem Auftrag auch an mich, an jeden einzelnen und jede Einzelne dann wird's mir zum Beispiel leichter fallen glaube ich.
00:21:21: also ich glaube diese... So ein etwas imperativer Charakter das könnte ich mir vorstellen.
00:21:28: Das könnte was für Leute sein die sich sowieso abends aufmachen und sowas tun dahin gehen.
00:21:35: Und das zweite wäre Weil man die Abfuhr bekommt, nicht aufzugeben sondern zu gucken okay das ist jetzt vielleicht nix für dieses Format aber ihr kennt euch gut aus.
00:21:46: Wo machen wir das denn mal hier im Stadtteil?
00:21:49: Also da nochmal so ein bisschen dranzubleiben und zu gucken ob man nicht doch Ein zwei Leute findet die sagen also bei uns würde das passen oder ich mache das mit unterdrahen zu bleiben.
00:22:00: Aber mir würde glaube ich so ein imperativer Charakter ein bisschen helfen.
00:22:03: dann bin ich habe ich eine klare Rolle, dann kann ich die ganze Zeit immer denken.
00:22:07: Was könnte ich denn jetzt mal machen?
00:22:09: Und da bin ich auch ein bisschen
00:22:10: raus.".
00:22:11: Also das macht's mir vielleicht ein bisschen leichter damit umzugehen weil ich ja eine Aufgabe habe.
00:22:18: So ob ich die annehme oder nicht ist noch ne andere Sache.
00:22:20: aber für mich wäre es leichter.
00:22:24: Weil die Hidden-Agenda eines solchen Abends ist ja und wenns gut läuft dass die Menschen, die kommen und teilnehmen und hören Mitbekommen, das ist kein ausschließlich kirchliches.
00:22:39: Genau!
00:22:40: Selbst wenn ich mit der Kirche viel am Hut habe oder gar nichts mehr am Hut haben... Ich gehe mit der Botschaft raus es ist ein gesellschaftliches Thema und das weiß ich vielleicht eigentlich Und je mehr ich das weiß desto weniger will ich das eigentlich wahrhaben?
00:22:57: Wenn dann wenn ich dich richtig verstanden habe der Imperativ heißt ich gebe dir was an die Hand dass du tun kannst Hürde und die Erkenntnis.
00:23:06: Es geht mich persönlich auch was an, weil ich ganz sicher eine Frau ein Kind kenne das Opfer sexualisierter Gewalt war ob ich es weiß oder nicht.
00:23:17: Genau.
00:23:18: Da
00:23:18: hab' ich so richtig
00:23:19: schon.
00:23:19: Ja genau also ist dann, sagen wir da bin ich adressiert und wie gesagt habe ne Rolle und bin nicht so passiv und nur betroffen.
00:23:28: Was mache ich denn jetzt?
00:23:30: komm ich denn da raus und alle gucken nach unten, gehen dann aus dem Saal raus.
00:23:34: Was ja immer hilft ist Beispiele!
00:23:36: Wo hat's mal funktioniert?
00:23:38: Also wo hat jemand aufgepasst?
00:23:40: Wo hat jemand geholfen wenn es jemand gab der überhaupt nicht wusste was er damit irgendwie machen soll oder so?
00:23:46: also dass man das ein bisschen ins Leben
00:23:48: bringt
00:23:49: und das aus diesem diesen riesen schwarzen Loch also irgendwie so rausholt was einen Jahr wirklich ratlos macht kann auch verstehen.
00:23:57: Ja geht mir auch so Geht mir auch so, bevor ich hier war noch mehr als
00:24:01: ... Ja.
00:24:02: Ich glaube das weil du jetzt natürlich bist ja auch autorisiert etwas anders zu sprechen.
00:24:07: Du bist autorisiert die Menschen hier zu haben Die wollen mit dir offen sprechen und so weiter.
00:24:13: Das ist eine andere Situation als wenn wir da abends nach Feierabend irgendwie ins Haus der Begegnung kommen Und uns irgendwie seltsam fühlen.
00:24:22: Ich würde noch mal einen Schlenker nehmen wollen auf den Connex-Stadtgesellschaft Münster und das Bistum-Münster.
00:24:31: Wenn man diese Player sozusagen nebeneinander sieht, nebenein hält gibt es auf dieser Ebene Möglichkeiten das Tabu wegzunehmen und das Thema... Und ich will nicht nur auf sexualisierte Gewalt gucken sondern ich würde gerne gucken Maginalisierte Gruppen, Opfergruppen will ich sie mal nennen.
00:25:00: Also eine Stadtgesellschaft die da auf den Blick hat oder auch dem Blick hat ohne sie jetzt ausschließlich in den Blick zu nehmen könnte die davon profitieren in irgendeiner Weise dass man sagen würde ja wenn ich mal die Perspektive einnehme von Betroffenen oder marginalisierten Gruppen könnte Ich auch als statt davon profitiert weil Punktchen, Punktchen.
00:25:25: Ja ich bin ja generell der Auffassung dass eine resiliente und demokratisch starke Stadt darauf angewiesen ist das möglichst viele Menschen die hier leben das Gefühl haben Ich bin Teil davon.
00:25:41: Jeder und jeder die sagen ich habe damit nichts zu tun die interessieren sie auch nicht für mich Und keine Ahnung weiß ihr alles nicht sind also es potentiell einfach auch gefährlich und auch nicht schön Für beide Seiten übrigens nicht.
00:25:55: Und insofern ist der Zugang zu solchen Gruppen, mit der Einladung der Teilhabe auch für das gesamte System wichtig.
00:26:05: Also wir versuchen das jetzt gerade ein bisschen verstärkt – es ist alles so schwer!
00:26:09: Auch überhaupt mit migrantischen Gruppen hätte erst mal mit dem Ansatz der sogenannten Community-Forschung keine Ahnung ob man das übertragen kann.
00:26:20: aber die Idee Machen wir zusammen mit der Uni ein Projekt, vielleicht auch mal eine Überlegung.
00:26:27: Die Zugänglichkeit, unsere Zugänglichkeit zu diesen Gruppen zu erhöhen, weil es so ist die kommen ja einfach nicht.
00:26:35: Wir sind eingeladen und sagen, jeder kann kommen und wir werden von der Politik permanent gefragt wer war denn jetzt da?
00:26:43: Und warum schafft ihr das dann irgendwie nicht dass mal andere kommen?
00:26:46: also die sich leisten können, muss man auch sagen.
00:26:50: Die das Gefühl haben dazu zu gehören, deren Stimme man hören will und die anderen kommen auch vielfach nicht aus ihrem Stadtteil im Übrigen.
00:26:58: Wir machen es mal im Rathaus, da können wir alle zutreten... Das ist überhaupt nicht so!
00:27:04: Die Leute aus Bergfrieden wissen gar nicht zum Teil, dass es ein Rathhaus gibt wo sich das befindet.
00:27:09: Das ahnen wir dann auch manchmal nicht.
00:27:11: Also haben wir so einen System begonnen, das ist ein Forschungsprojekt.
00:27:15: Wie gesagt, das finanziert übrigens die Technikerkrankkasse mit.
00:27:19: Das heißt Gesundheit in der nachhaltigen Stadt.
00:27:22: Es hat schon auch mit so einer Gesundheit im weitesten Sinne zu tun.
00:27:25: Da gehört eine psychische Gesundheit dazu und wir empowern also bestimmte Menschen aus diesen Communities, kriegen auch eine Ehrenarmspauschale und so dass wird richtig formell gemacht mit uns zusammenzuarbeiten und die Tür öffnet zu sein für diese migrantischen Gruppen.
00:27:44: Und wenn du da manche einlädst, dann kommen die entweder nicht, dann dürfen die Frauen nicht kommen oder es kommen nur die Frauen und nicht die Männer.
00:27:53: Irgendwie ist das ganz schwierig und die haben ein anderes Verhältnis zu unserem Staat.
00:27:57: Die fühlen sich immer bedroht, die unterschreiben gar nichts.
00:28:00: also wir erleben da ihre Sachen.
00:28:03: aber wir sind der Meinung und die ersten Projekte zeigen auch dass das Erfolg hat dass wir dadurch, dass wir solche Leute mitnehmen und empowern.
00:28:12: Wir eben einen größeren Zugang dazu bekommen.
00:28:15: das könnte möglicherweise auch eine Idee sein für solche Gruppen also leute zu identifizieren die diesen drop gerne mit machen würden nämlich auch ein Schlüsselpersonen.
00:28:28: so seien uns sagen ich habe den Kontakt zu anderen Und wir überlegen das mal was das eigentlich für so ne Stadtgesellschaft bedeutet.
00:28:36: Und das können ja ganz kleine Sachen sein, also man kann auch sagen die Einladung zum Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters, der sucht da auch immer wer nimmt ein Teil und so weiter.
00:28:45: Das ist natürlich auch die Spitzen von so und zu und noch der Verein X und Y. Da sind hier einzelne Menschen kaum bekannt.
00:28:52: Also das wären alles Zugangsmöglichkeiten ob es das ist oder ob es eine andere Veranstaltung ist, ob man im Stadtteil eben mit den Leuten selber was überlegt zu dem Thema wie auch immer.
00:29:04: Aber ich könnte mir vorstellen, dass das ein Weg sein könnte aber der muss auch genauso vorsichtig gegangen werden.
00:29:10: Das kann man nicht durch Aufrufe oder so hinkriegen.
00:29:13: also da muss etwas passieren damit diese Menschen dann sagen ne ich bin dabei ich hab mich gesehen.
00:29:19: Ja weil ich glaube das eine ist ja das was du eingangs mal gesagt hast Ich krieg ja ein Label oder hat einen Stickmar, wenn ich mich oute als von sexualisierter Gewalt betroffener Mensch.
00:29:33: Das will ich gar nicht und schon gar nicht immer und wir haben die Neigung dazu dann denjenigen auch nur so zu sehen.
00:29:40: alle anderen Facetten der Persönlichkeit werden eher abgespalten oder nicht gesehen nicht wahrgenommen.
00:29:46: Und die Frage ist ja, wie kriegt man diesen Widerspruch gut hin?
00:29:50: Auf der einen Seite sehen.
00:29:51: Empowern auf der anderen Seite aber auch nicht in so eine Ecke stecken und da habe ich noch keinen guten Zugang.
00:29:59: also da war habe ich keine gute Idee wie das gehen kann weil man auf einer Seite ja die Zielgruppe als besonders vulnerabel beschreiben kann und auf der anderen Seite sie aber auch nicht ständig zu was besonderem machen möchte.
00:30:17: Und ich glaube jeder einzelne Mensch auch nicht, weil ich möchte nicht nur wahrgenommen werden als Opfer schon gar nicht.
00:30:23: Ja ja und du siehst auch das deswegen muss man auch vorsichtig sein.
00:30:29: Ich habe am Wochenende noch mal mit jemandem, der eher autistische Züge hat gesprochen.
00:30:38: gar kein Problem mit autistischem Menschen im Gegenteil.
00:30:41: Also ich finde besondere Menschen immer besonders toll, aber das ist eben auch so eine Frage.
00:30:47: Jemand sagt ja dann auch also das wäre doch mal toll!
00:30:50: Ich bin jetzt hier in einer guten Position und so, ich würde mich mal outen öffentlich.
00:30:57: Und jetzt im Moment ist es so dass wir ganz oft in der Gesellschaft Autismus mit Hochbegabung gleichsetzen.
00:31:04: Im Moment könnte man das machen Aber du weißt nicht, ob das in zehn Jahren noch der Fall ist.
00:31:09: Und ich meine wenn wir uns angucken wie sich das gerade entwickelt hätte ich meine Sorgen also auch.
00:31:14: ansofern denke ich manchmal muss die Menschen auch manchmal davor beschützen je was jetzt geht.
00:31:20: Das heißt überhaupt nicht dass es in zehn jahren noch gehen muss.
00:31:23: und ich habe da auch gesagt weiße was Ich würde es dir elcherweise grad nicht empfehlen.
00:31:28: Man muss das nicht verstecken.
00:31:29: erzählt das überall wo du das erzählen willst.
00:31:32: Also eben wenn du mir das Auto wenn du mich autorisierst tue ich das auch,
00:31:37: aber
00:31:38: lass uns nicht an die große Glocke das hängen um hinterher das Stückmal zu haben und das Label wenn sich die öffentliche Meinung mal wieder umkehrt.
00:31:45: Und die öffentlichen Meinung ist ein wildes Tier!
00:31:48: Das bändigst du auch nicht mehr und deswegen glaube ich dass es angezeigt ist sehr vorsichtig damit wirklich umzugehen und auch nicht so immer vorne vorweg zutragen Dass dann auch andere Menschen sich möglicherweise einfach abwenden und sagen, ich kann es jetzt nicht mehr sehen.
00:32:09: Das ist ja immer so ein ... Da neigen wir dazu, das wird alles übertrieben.
00:32:14: Und das schädigt den Einzelnen sehr.
00:32:17: Ich glaube, dass man sehr vorsichtig damit umgehen sollte und lieber als Urark akzeptieren, dass das mit der Öffentlichkeit langsam und schwierig ist als etwas zu riskieren, was man hinterher nicht wieder zurücknehmen kann.
00:32:35: Und ich glaube, dass die Arbeit dieser Stelle eben gerade dadurch auch etwas tun kann außerhalb der Kirche.
00:32:44: Deswegen ... Ich sehe das ja genauso.
00:32:46: Das ist schön, dass sich die Kirche das verordnet hat Und das Bistum in ganz besonderer Weise, das ist wirklich toll und löblich.
00:32:54: Ich finde es auch gut dass das in dieser Organisation passiert und systemisch angeguckt wird aber richtig gut wird wenn es auch darüber hinaus strahlt.
00:33:03: und deswegen finde ich eben zwischen Bistuum und Stadt Das wichtigste dass es eine wirklich gute Vernetzung gibt Dass ihr überall in den Bereichen bekannt seid auch mit persönlichen Drähten vernetzt.
00:33:18: Also du hast erzählt beim Sozialdezernenten oder beim Bildungstezernenden wart ihr also das muss im Grunde genommen klar sein, dass das städtische Leitungspersonal diese Stelle kennt.
00:33:27: es muss so sein, wenn es eine Notsituation gibt und eine schwierige Situation ist auf jeden Fall sofort Ansprechpartner gibt wo man sich hinwenden kann und nicht in riesengelangen Schlangen stellen muss und diese Bürokratie ertragen muss.
00:33:39: Es braucht den ganz kurzen Dienstweg und es braucht eine gelebte Freundschaft.
00:33:45: Das ist so der Boden, auf dem das entstehen kann.
00:33:51: Das haben wir auch mit einem Thema wie Wissenschaft so
00:33:54: gemacht.".
00:33:55: Also wir waren völlig verfeindet die Stadt und die Universität, als ich angefangen habe oder wir haben uns ignoriert und hatten im besten Fall noch mal gegenseitig Vorurteile.
00:34:04: Und wir haben über Jahre gelernt miteinander die Sachen gut zu machen.
00:34:09: das heute sind wir engstens befreundet.
00:34:11: Wir machen kein einziges Projekt ohne die Uni!
00:34:13: Wir würden so eine Frage wie kann man mit vulnerablen Gruppen In der Stadtgesellschaft, umgehen immer mit denen besprechen.
00:34:19: Immer sagen wir hatten dazu geforscht und wer kann uns ein bisschen helfen?
00:34:23: Also insofern... Und das wäre da auch.
00:34:25: es geht also um eine Freundschaft eigentlich und darum dass man das möglichst unaufgeregt und alltäglich kriegt.
00:34:32: Das wäre für mich die wichtigste Aufgabe, die diese Stelle eigentlich leisten muss.
00:34:38: Ja
00:34:38: super.
00:34:39: Benedett ganz herzlichen Dank!
00:34:41: Gerne Hat mich sehr gefreut.
00:34:44: Das hat mich auch sehr gefreut.
00:34:45: Ich dachte ja nicht, dass ich dazu wirklich was sagen kann wie du ja weißt und habe mir Sorgen gemacht weil ich dachte, ich bin ja nicht vom Fach aber vielleicht war es mal wieder das Beste nicht vom fach zu sein.
00:34:56: Wahrscheinlich
00:34:58: Dankeschön.
00:34:58: Danke dir auch.
00:34:59: Wenn
00:35:00: ihr Fragen oder Feedback habt meldet euch gerne bei uns.
00:35:03: schreibt uns eine e-mail unter contact at
00:35:07: uak
00:35:07: minus Münster.de.
00:35:10: Alle Hintergründe zum Podcast findet ihr auf unserer Website oder auf Instagram.
00:35:15: Ihr erreicht uns unter www.uak-münster.de.
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00:35:27: An dieser Stelle ein Transparenzhinweis!
00:35:30: Wir haben Betroffenen die Möglichkeit eröffnet anonymisiert an unserem Podcast teilzunehmen.
00:35:36: Eine mögliche Form der Anonymisierung ist dass wir den Vornamen verändern.
00:35:42: Eine weitere Option, das die Stimme verzerrt wiedergegeben wird oder wie die Stimmel durch einen professionellen Sprecher- oder Sprecherin ersetzt.
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