Zwischenbilanz nach 19 Folgen Thema statt Tabu
Shownotes
In dieser Folge reflektiert Hostin Ulrike Overkamp die bisherigen 19 Episoden des Podcasts „Thema statt Tabu”, die sich mit sexualisierter Gewalt, deren Aufarbeitung und Verantwortung beschäftigen. Sie blickt zurück auf die Gespräche mit Betroffenen, Expert:innen und auf die jüngsten Collagen, um damit unterschiedliche Perspektiven zu beleuchten und den Blick für die Vielschichtigkeit des Themas zu erweitern. Zudem gibt Ulrike Einblicke hinter die Kulissen des Podcasts und zieht eine Zwischenbilanz.
Hinweis: Bitte achten Sie gut auf sich, wenn Sie diese Folge hören. Pausen sind erlaubt. Sie sind nicht allein.
Hilfs- und Fachstellen
Soforthilfe & Akute Beratung
- Hilfetelefon Sexueller Missbrauch – anonym & kostenlos, täglich 7–22 Uhr: 0800 22 55 530👉 www.hilfe-telefon-missbrauch.de
- Telefonseelsorge – 24/7 erreichbar, anonym & kostenlos: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222👉 www.telefonseelsorge.de
Bundesweite Fachstellen
- UBSKM – Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs👉 www.beauftragter-missbrauch.de
- Zartbitter e. V. – Kontakt- und Informationsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen 👉 www.zartbitter.de
- Weißer Ring e. V. – Hilfe für Kriminalitätsopfer 👉 www.weisser-ring.de
- N.I.N.A. e. V. – Bundesweite Hilfe- und Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt 👉 www.nina-info.de
- Wildwasser.de – Netzwerk unabhängiger Fachberatungsstellen 👉 www.wildwasser.de
- Frauen-Notrufe bundesweit – kostenlose und unabhängige Beratung für Frauen und Mädchen👉 Übersicht bei Wikipedia
Regionale & spezialisierte Fachstellen (Beispiele)
- UAK Münster e.V. – Unabhängige Aufarbeitungskommission gegen sexualisierte Gewalt im Raum der Kirchen im Bistum Münster. 👉 www.uak-muenster.de
- LARA Berlin – Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Frauen*, trans*, inter* und nicht-binären Personen 👉 www.lara-berlin.de
- Strohhalm e. V. (Berlin) – Prävention und Schutzkonzepte für Kinder, Kitas, Schulen👉 www.strohhalm-ev.de
- AJS NRW – Landesfachstelle Prävention sexualisierte Gewalt 👉 www.ajs.nrw.de
- Fachberatungsstellen in NRW (Auswahl):
- Aufzählungs-TextDistel e. V. (Essen)
- Indigo (Remscheid, inkl. gerichtsfester Spurensicherung)
- Zornröschen e. V. (Mönchengladbach/Viersen)
- Fachstellen in Krefeld, Herford u. a. 👉 www.opferschutzportal.nrw
- Fachberatungsstelle Bonn – Beratung & Prävention 👉 www.beratung-bonn.de
Kapitelmarken 00:00:00 Intro 00:01:23 Was hat dieser Podcast angestoßen? 00:02:47 Betroffenen-Gespräche 00:03:50 Was ist eigentlich gerecht? 00:04:45 Expert:innen-Gespräche 00:09:43 Collagen 00:10:57 Einblick hinter die Kulissen: Der Podcast und Ulrikes Arbeit 00:12:08 Zwischenbilanz: 19 Folgen Thema statt Tabu
Musik: Franzi Kruth Produktion: Alexander Freise Im Auftrag der UAK Münster e.V.
Transkript anzeigen
00:00:00: Bevor es losgeht, ein Triggerhinweis.
00:00:02: In diesem Podcast geht es um sexualisierte Gewalt, um Missbrauch und dessen körperliche und psychische Folgen.
00:00:09: Es werden Situationen geschildert die emotional sehr belastend sein können.
00:00:14: Hilfsangebote findet ihr in den Show Notes.
00:00:18: Wenn wir verstehen wollen wie diese Gewalt möglich war Und warum sie teilweise über lange Zeiträume möglich blieb müssen wir auch andere Fragen stellen.
00:00:28: Wie handeln Täter?
00:00:30: Welche Möglichkeiten nutzen Sie?
00:00:32: Wie entstehen Abhängigkeiten?
00:00:35: Was geschieht in Ihrem Umfeld, was sehen andere, was übersehen andere?
00:00:41: oder was wollen sie vielleicht auch nicht sehen.
00:00:45: Thema Stadt Tabu – was wir aus sexualisierter Gewalt in der Kirche lernen.
00:00:50: Jahrzehntelang wurde weggeschaut.
00:00:52: jetzt wird hingehört.
00:00:54: In unserem Podcast sprechen wir mit Menschen die sexualisierte Gewalt erlebt haben.
00:00:59: Diese Aufarbeitung existiert nur, weil sie von ihnen vorangetrieben eingefordert und getragen wird.
00:01:06: Was Sie angestoßen haben ist unumkehrbar.
00:01:10: Expertinnen ergänzen den Podcast aus unterschiedlichsten Perspektiven.
00:01:14: Darüber hinaus fließt das Feedback der HörerInnen mit ein.
00:01:18: Alle Infos dazu finden Sie in den Show Notes.
00:01:25: Ich sitze hier einige Zettel auf meinem Schoß liegen und möchte sie alle mitnehmen, auf die Reflektion der bisheren XIX ausgestrahlten Folgen.
00:01:37: Das kommt nicht besonders häufig vor aber es kommt vor und ich merke schon jetzt – das fehlt mir etwas!
00:01:42: Normalerweise habe ich einen Menschen vor mir über den ich vorher möglichst viele herauszufinden versucht habe und ich habe gelesen, recherchiert und Fragen vorbereitet meistens eher zu viele als zu wenige.
00:01:57: Und dann beginnt das Gespräch, nach inzwischen neunzehn Folgen habe ich mich gefragt was eigentlich diese Gespräche für mich selbst ausmachen?
00:02:07: Was habe ich erfahren?
00:02:09: Was nehme ich daraus mit und was davon findet inzwischen auch Eingang in meine Arbeit?
00:02:16: Ich glaube die Antwort hat viel mit Neugier zu tun.
00:02:20: Mich interessiert wie ein Thema aussieht wenn man es von einem ganz anderen Standort aus betrachtet.
00:02:27: Wie sieht es von dort aus?
00:02:31: Das Thema dieses Podcasts ist gesetzt, es geht um sexualisierte Gewalt, um Aufarbeitung und Verantwortung und Ungerechtigkeit.
00:02:41: aber mit jedem Menschen der mir gegenüber sitzt verändert sich der Ausschnitt.
00:02:47: Das habe ich wahrscheinlich am deutlichsten in den Gesprächen mit Menschen erfahren, die selbst sexualisierte Gewalt erlebt haben.
00:02:56: Melanie Hach, Annika Andreas Karl-Hauke Paul & Paula Sechs.
00:03:02: Menschen, sechs Lebensgeschichten und keineswegs sechs gleiche Perspektiven – das finde ich wichtig!
00:03:10: Denn wir sprechen schnell von den Betroffenen.
00:03:14: Für bestimmte Zusammenhänge brauchen wir diesen Begriff, aber sobald man mit Menschen spricht wird deutlich wie begrenzt er ist.
00:03:22: Menschen haben unterschiedliches erlebt sie gehen unterschiedlich damit um Sie haben unterschiedliche Erwartungen sie beurteilen Institutionen unterschiedlich und sie haben keineswegs identische Vorstellungen davon was Aufarbeitung oder Gerechtigkeit bedeuten sollen.
00:03:40: genau das interessiert mich nicht eine vermeintlich gemeinsame betroffenen Perspektive zu finden, sondern die unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen.
00:03:51: Eine Frage ist mir dabei immer wieder begegnet – was ist eigentlich gerecht?
00:03:56: Das klingt zunächst nach einer ziemlich großen Frage.
00:04:00: Im Gespräch wird sie häufig sehr konkret.
00:04:03: Es geht um Anerkennung, es geht um Entschuldigung, finanzielle Leistungen und Konsequenzen um das Wissen darüber, was damals geschehen ist.
00:04:16: Um die Anerkennung der eigenen Geschichte oder darum, dass eine Institution überhaupt Verantwortung übernimmt.
00:04:25: Ich habe durch diese Gespräche kein einheitlicher Antwort darauf bekommen – das habe ich allerdings auch nicht erwartet.
00:04:33: Interessanter finde ich, dass sich die Frage nach Gerechtigkeit je nach Standort verändert und damit verändert sich auch das, was man von Aufarbeitung erwartet.
00:04:46: Mit Thomas Schüller spreche ich über Kirche und Staat.
00:04:50: Plötzlich kommen andere Fragen hinzu, Kirchenrecht, die Verantwortung, die Verbindung von Staat und Kirche sowie die Abhängigkeiten.
00:04:59: Das was ein Mensch zuvor als Erfahrung beschrieben hat wird nun aus einer rechtlichen oder institutionellen Perspektive betrachtet.
00:05:09: Das eine ersetzt das andere nicht aber es kommt etwas hinzu.
00:05:14: Mit Christian Schrapper kommt wiederum eine andere Perspektive ins Gespräch.
00:05:19: Wie entsteht Aufarbeitung?
00:05:20: Was kann eine unabhängige Aufarbeitungskommission leisten, unter welchen Bedingungen arbeitet sie?
00:05:28: Mit Stefan Rixen kommt das Rechtswissen hinzu und damit Fragen nach Rechten-, Verfahren-, Möglichkeiten- und der notwendigen Veränderung von Verfahren insbesondere im gerichtlichen Bereich.
00:05:42: Auch haben wir uns der Frage zugewendet, wie geht eine Gesellschaft?
00:05:46: Wie unsere mit Opfern um und welche Rechte wären notwendig und was passiert tatsächlich.
00:05:54: Mich interessiert genau dieser Wechsel der Standorte denn jedes mal wird es etwas anderes, das scharfgestellt wird.
00:06:04: Mit David Rüschenschmitt haben wir über Beiständer gesprochen – eine Frage die zunächst erstaunlich einfach klingt!
00:06:11: Was tun Menschen wenn sie etwas beobachten.
00:06:15: Warum greift jemand ein?
00:06:17: Warum tut jemand nichts, was nimmt einen Mensch überhaupt wahr?
00:06:23: und wann wird aus einer Beobachtung die Entscheidung etwas zu tun?
00:06:28: Wenn man über sexualisierte Gewalt spricht begegnet einem diese Frage immer wieder Wer wusste etwas?
00:06:35: Wer hat etwas gesehen?
00:06:37: Wer hätte handeln können und auch handeln müssen?
00:06:42: Aber durch die bystander Perspektive kommt diese Frage noch einmal eine andere Tiefe.
00:06:48: Denn es geht nicht mehr nur darum festzustellen, dass jemand nicht gehandelt hat.
00:06:53: Es interessiert mich vielmehr was in einer solchen Situation geschieht.
00:06:58: Auch das hier ein Perspektivenwechsel.
00:07:02: Mit Ulrich Wastl ging es um Täternetzwerke mit Dieter Seifert und Werner Richter kamen forensische und gerichtliche Erfahrungen hinzu Und mit Thomas Kron haben wir über Täter im System gesprochen.
00:07:17: Wieder verschiebt sich der Standort!
00:07:20: Wenn wir über sexualisierte Gewalt sprechen, ist es selbstverständlich notwendig, über die Erfahrung der Menschen zu sprechen denen Gewalt angetan wurde.
00:07:30: Aber wenn wir verstehen wollen wie diese Gewalt möglich war und warum sie teilweise über lange Zeiträume möglich blieb müssen wir auch andere Fragen stellen Wie handeln Täter?
00:07:42: Welche Möglichkeiten nutzen Sie?
00:07:44: Wie entstehen Abhängigkeiten?
00:07:47: Was geschieht in Ihrem Umfeld, was sehen andere, was übersehen andere?
00:07:53: oder was wollen sie vielleicht auch nicht sehen.
00:07:56: Auch diese Perspektive gehört zum Gesamtbild – nicht weil sie wichtiger wäre sondern weil sie andere Dinge sichtbar macht!
00:08:06: Eine weitere Perspektiv ist für mich im Laufe der Gespräche wichtiger geworden die Menschen, die beruflich mit diesem Thema zu tun haben.
00:08:15: Stefan Draheim beispielsweise als Polizeiseelsorger, Takis Mehmed Ali aus der Perspektive des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe, Bernadette Spinnen über ihren Blick auf Öffentlichkeit und Kommunikation.
00:08:29: Sie stehen jeweils an anderen Stellen und entsprechen Stellen auch sie andere Fragen?
00:08:35: Das ist etwas was mich immer wieder interessiert!
00:08:39: Was macht eigentlich die berufliche Position, die Aufgabe oder die Erfahrung eines Menschen mit seinem Blick auf das Thema?
00:08:47: Was wird von dort aus sichtbar?
00:08:49: und möglicherweise auch was wird von daraus gerade nicht sichtba.
00:08:56: Mit Christiane Florin kommt eine weitere Perspektive hinzu, die des Journalismus.
00:09:01: Journalismus hat eine andere Aufgabe als Wissenschaft.
00:09:06: Eine Journalistin muss keine Aufarbeitungskommission leiten, sie muss keine juristische Entscheidung treffen und sie muss auch keine Institution führen.
00:09:16: Sie kann Fragen stellen Widersprüche suchen Öffentlichkeit herstellen Und damit verändert sich erneut der Blick auf das selbe Thema.
00:09:26: Das finde ich besonders interessant Denn plötzlich stellt sich die Frage Was sieht jemand von außen Der innerhalb einer Institution möglicherweise ganz anders wahrgenommen wird?
00:09:38: Und was geschieht, wenn diese unterschiedlichen Wahrnehmungen aufeinandertreffen?
00:09:43: Vielleicht sind deshalb die Collagen für mich ein besonders interessantes Format geworden.
00:09:47: Was bleibt, warum schauen Menschen weg und wer bestimmt moral?
00:09:53: Dort passiert etwas das wir ursprünglich nur begrenzt planen konnten.
00:09:58: Wir nehmen Aussagen aus unterschiedlichen Gesprächen von Menschen, die einander teilweise oder überhaupt nicht kennen.
00:10:06: Die Gespräche haben zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattgefunden und plötzlich stehen diese Aussagen nebeneinander.
00:10:14: Manchmal ergänzen sie sich, manchmal entsteht eine Spannung, manchmal beschreibt ein Mensch aus eigener Erfahrung etwas das ein anderer aus wissenschaftlicher Perspektive betrachtet Und manchmal merkt man erst beim Zusammenstellen Diese beiden Menschen sprechen eigentlich über dieselbe Frage nur von zwei völlig unterschiedlichen Standorten aus.
00:10:38: Das finde ich ausgesprochen spannend, denn genau dort entsteht mehr Perspektivität – nicht dadurch dass wir am Ende entscheiden welche Perspektive die richtige ist sondern indem wir zunächst einmal hören was aus den unterschiedlichen Perspektiven sichtbar wird.
00:10:57: Vielleicht ist das der Punkt an dem dieser Podcast sehr viel mit meiner eigenen Arbeit zu tun hat.
00:11:03: Ich bin neugierig, mich interessiert nicht nur was ein Mensch denkt.
00:11:06: Mich interessiert warum er etwas so sieht und warum wir etwas so tut und nicht anders.
00:11:14: Welche Erfahrungen bringt er mit?
00:11:16: Welche berufliche Perspektive welches wissen Was fällt ihm auf?
00:11:21: Was hält er für wichtig Und welche Frage stellt er auf die ich selbst vielleicht doch gar nicht gekommen bin.
00:11:29: Deshalb gehe ich ziemlich gut vorbereitet in diese Gespräche.
00:11:34: Mein Fragenzettel habe ich gelegentlich mit etwas optimistischem Verhältnis zur tatsächlich verfügbaren Zeit ausgearbeitet.
00:11:44: Aber das macht nichts, denn der Fragenzittel ist nicht das Gespräch und häufig wird es gerade dann interessant wenn mein Gegenüber etwas sagt dass auf keinem meiner Zettel steht.
00:11:56: Dann muss sich entscheiden stelle ich jetzt meine nächste vorbereitete Frage oder gehe ich diesem Gedanken nach?
00:12:04: Ich hoffe, ich entscheide mich meistens für Letzteres.
00:12:08: Nach diesen neunzehnten Folgen weiß ich selbstverständlich mehr als vorher.
00:12:13: Ich habe neues über Recht erfahren – über Beiständer, über Täter, über Kirche, über Strafverfolgung, über Öffentlichkeit und auch über Aufarbeitung.
00:12:23: Vor allem aber habe ich Menschen kennengelernt die aus sehr unterschiedlichen Gründen mit diesem Thema verbunden sind Und damit sind Perspektiven hinzugekommen.
00:12:33: Das führt interessanterweise nicht dazu, dass alles eindeutiger wird.
00:12:38: Manchmal ist es sogar umgekehrt.
00:12:40: Je mehr Perspektiven hinzukommen desto deutlicher werden auch Unterschiede, Widersprüche und weitere offene Fragen.
00:12:50: Das empfinde ich nicht als Problem denn vielleicht besteht Verstehen gerade nicht darin wirklich schnell eine eindeute Antwort zu finden.
00:12:59: Vielleicht gehört es dazu zunächst die Bereitschaft einen Sachverhalt von verschiedenen Standorten auszubetrachten und auszuleucht.
00:13:09: Genau diese verschiedenen Standorte, wenn ich heute über eine Frage der Aufarbeitung nachdenke sind diese Gespräche mit im Raum nicht als fertige Antworten aber als zusätzliche Perspektive wie könnte ein Mensch darauf schauen, dass selbst sexualisierte Gewalt erfahren hat?
00:13:27: Welche Frage würde ein Jurist stellen?
00:13:30: Was interessiert den Sozialwissenschaftler?
00:13:33: Was sieht jemand aus der Strafverfolgung, was würde eine Journalistin daran bemerkenswert finden.
00:13:40: Wo würden diese Menschen möglicherweise zu völlig unterschiedlichen Einschätzungen kommen?
00:13:47: Ich kann und muss diese Perspektiven nicht alle übernehmen aber ich kann versuchen sie mitzudenken – das erweitert meinen Blick!
00:13:55: Und es verhindert hoffentlich dass aus einem komplexen Thema zu schnell ein einfaches wird.
00:14:02: Vielleicht ist das tatsächlich eine Frage, die hinter vielen meiner Interviews steckt?
00:14:07: Wie sieht es von dort aus?
00:14:10: Von ihrem Standort aus mit ihrer Geschichte, mit ihrem Wissen, mit Ihrer Erfahrung – was sehen Sie?
00:14:17: Was ist Ihnen wichtig?
00:14:19: Was verstehe ich möglicherweise noch nicht?
00:14:22: Was müsste ich wissen um Ihre Perspektive nachvollziehen zu
00:14:26: können?".
00:14:27: Das bedeutet nicht, dass am Ende alle Perspektiven gleichberechtigt nebeneinander stehen müssen.
00:14:33: Man kann widersprechen und unterschiedliche Bewertungen haben – man kann nach einem Gespräch sagen «das überzeugt mich nicht».
00:14:42: Aber vorher sollte man verstanden haben was der andere eigentlich meint!
00:14:47: Und das ist vielleicht die Voraussetzung für ein gutes Gespräch.
00:14:51: Wenn ich deshalb nach nineteen Folgen eine Zwischenbilanz ziehe, ist sie eigentlich ziemlich einfach.
00:14:58: Dieser Podcast gibt mir die Möglichkeit, dasselbe große Thema immer wieder von einem anderen Standort aus zu betrachten.
00:15:06: Durch die Erfahrungen von Menschen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben durch Recht, Wissenschaft, Praxis, Strafverfolgung, Öffentlichkeit und durch die ganze individuelle Erfahrung der Menschen ,die mir gegenüber sitzen.
00:15:22: mein Blick auf das Thema ist dadurch nicht ersetzt worden.
00:15:25: er ist weiter geworden.
00:15:27: Genau das entspricht meiner Neugier.
00:15:30: Ich möchte wissen, was jemand sieht, der an einer anderen Stelle steht als ich?
00:15:35: Wenn ihr Fragen oder Feedback habt meldet euch gerne bei uns.
00:15:39: Schreibt uns eine E-Mail unter contactatuakminusmünster.de.
00:15:45: Alle Hintergründe zum Podcast findet ihr auf unserer Website oder auf Instagram.
00:15:51: Ihr erreicht uns unter www.uak-münester.de.
00:15:56: Wir freuen uns, wenn ihr unseren Podcast bewertet und abonniert und mit Freunden und eurer Familie teilt.
00:16:03: An dieser Stelle ein Transparenzhinweis!
00:16:05: Wir haben Betroffenen die Möglichkeit eröffnet anonymisiert an unserem Podcast teilzunehmen.
00:16:11: Eine mögliche Form der Anonymisierung ist dass wir den Vornamen verändern eine weitere Option das die Stimme verzährt wiedergegeben wird oder wir die Stimme durch einen professionellen Sprecher- oder Sprecherin ersetzen.
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